Besuch beim Neuschwabenland-Forum

Bericht der BAO Flugscheibe
(BAO = besondere Aufbauorganisation)

Für den 19. August hatten Mario Romanowski und Dennis Ingo Schulz, auch bekannt als The True Association oder kurz TTA, zu einem Treffen des von Axel Stoll gegründeten Neuschwabenland-Forums (NSL-Forum) geladen. Treffpunkt sollte der Eingang zum Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin sein. Als Thema angekündigt waren sensationelle Enthüllungen zum Tod von Axel Stoll, der angeblich noch einen Tag nach seinem offiziellen Todesdatum (28.7.2014) gelebt hätte.

Bedingt durch Kompetenzgerangel innerhalb der NWO kam es, dass neben dem goldenen Aluhut auch Mitarbeiter der Abteilungen Sonnenstaatland und Antifa UG (haftungsbeschränkt) am Einsatzort erschienen. Mario und Dennis sammelten sich in der Nähe eines Einsatzfahrzeuges der Bundespolizei. Später sollte sich herausstellen, dass jemand Mario angerufen und vor einem Auftritt der Kollegen aus der Abteilung Antifa gewarnt hatte. Neben Dennis, Mario und Claus Petersen vom „Blauen Himmel Berlin“ fanden sich noch zwei Interessierte sowie mehrere Agenten der NWO am Treffpunkt ein. Dem goldenen Aluhut fiel zunächst der Einsatzabschnitt Observation und Rückendeckung zu.

Nach etwa 15 Minuten setzte sich das übersichtliche Grüppchen in Bewegung Richtung U-Bahn und fuhr zum eigentlichen Treffpunkt. Dank modernster Reptiloidentechnik konnte als das Ziel der Reise das Sen Restaurant im Halong Hotel des Viethauses in der Leipziger Straße ermittelt werden. Ein altbekannter Treffpunkt, hier traf sich das NSL-Forum bereits zu Lebzeiten von Dr. Axel Stoll bis sie wegen eines Vorfalls mit NWO-Agenten im November 2014 des Restaurants verwiesen wurden. Die NSLer hatten sich sogar den gleichen Tisch wie damals reserviert. Inzwischen wurde das Restaurant allerdings umgebaut und der Tisch befindet sich in einer Nische. Die Nachbartische waren ebenfalls reserviert, daher konnte sich das Observationsteam nur in einiger Entfernung setzen. Erschwert wurde die Beobachtung durch das Plätschern eines Zierbrunnens, den die nette Bedienung auf Nachfrage aber abschalten konnte. Nun konnten wir verfolgen, was in dem hochelitären Zirkel besprochen wurde. Marios Vortrag über den Tod von Axel Stoll hatten wir aber verpasst. Was wir noch mitbekamen war die Diskussion darüber, ob das Treffen NSL-Forum genannt werden dürfte oder ob Peter Schmidt was dagegen haben könnte. Beieidsbekundungen zum Gesundheitszustand von Peter Schmidt vernahmen wir allerdings nicht.

Mario erzählte jetzt von seiner letzten Gerichtsverhandlung. Ein NWO-Agent hatte ihn angezeigt (wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes). Den darauf folgenden Strafbefehl hat er einfach abgelehnt, da Deutschland ja eine GmbH sei und Personen nicht über Menschen urteilen dürften. Muss man wissen. Mario reichte nun die Akte herum und erzählte, dass er das Gericht nach Paragraph 101 Grundgesetz (sic!) abgelehnt hätte. Beim Studium der Akte ergingen sich die Teilnehmer in allerlei Unmutsbezeugungen gegen den in der Akte namentlich genannten Anzeigenerstatter, was in der Äußerung „Einen Mord habe ich ja frei“ eines der anwesenden blondierten Arier gipfelte.

Dennis war nun dran und „erfreute“ uns mit einem Vortrag über die Balfour-Deklaration, mit der sich Großbritannien 1917 mit der Errichtung eines jüdischen Staates auf dem Gebiet von Palästina einverstanden erklärte (https://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration). Auf eine genaue Wiedergabe des Inhaltes sowie den Link auf das entsprechende Video im Kanal von TTA muss an dieser Stelle verzichtet werden, da sonst die Gefahr besteht, sich strafbar zu machen. Nur so viel, Antisemitismus vom Feinsten wurde uns geboten. Nach Dennis ergriff dann der Chemtrail-„Experte“ Claus Petersen das Wort und erzählte von seinem Zahnarzt. Dieser hätte ihm in den Achtziger Jahren anvertraut, dass es eine geheime Telefonnummer der Alliierten gäbe, bei der die Polizei anrufen müsste, bevor sie tätig werden dürfte. Angeblich hat dieser Zahnarzt das mal ausprobiert als er wegen zu schnellen Fahrens angehalten wurde. Die Militärpolizei wäre dann erschienen und hätte die Berliner Polizei weggeschickt. Diesen Teil des Gespräches gibt es bei Mario im Kanal auch auf Video: https://www.youtube.com/watch?v=tSlpzg5zI2k

Zur Erläuterung: Zu Zeiten der Viermächtekontrolle über Berlin gab es eine solche Nummer tatsächlich. Allerding nur für Fälle, bei denen Militärangehörige der vier Alliierten von polizeilichen Maßnahmen betroffen waren. In solchen Fällen übernahm dann die Militärpolizei der entsprechenden Siegermacht die Behandlung ihres Soldaten. Nicht immer zu deren Freude. Um polizeiliche Maßnahmen an deutschen Zivilisten haben sich die Alliierten nicht gekümmert. Mit Wegfall der Viermächteverwaltung über Berlin hat sich auch diese Telefonnummer erledigt.

Einer der NWO-Agenten am Tisch warf dann auch die Frage auf, warum sich die Alliierten heute noch kümmern sollten. Mario erklärte dies damit, dass die Haager Landkriegsordnung „als Handelsvertrag“ noch gültig sei. Dennis sprach zunächst über den türkisch-kurdischen Krieg. Dennis meint, wenn man bei der Einlieferung in ein Gefängnis nichts unterschreiben würde, dann müsse man nach spätestens 7 Tagen entlassen werden. Er würde aus seinen Skype-Konferenzen mehrere Fälle kennen wo das funktioniert hätte. Außerdem würden die Zellen ja für die „Hardcore-Jungs“ gebraucht werden, die „zu viel Schokolade gegessen“ hätten.

Nach diesem rassistischen Werbeblock durfte dann einer der Neuzugänge des NSL-Forums das Wort ergreifen. Dieser kam angeblich aus Südafrika und berichtete über Neuschwabenland und eine Stadt die dort errichtet worden sei. Aus der Erzählung ging nicht klar hervor, ob besagte Stadt in der Arktis oder Südafrika errichtet wurde (oder wir haben es am Tisch akustisch nicht verstanden). Jedenfalls reichte der Erzähler Bilder herum, die zu großer Begeisterung beim „Fachpublikum“ führten. Lediglich Dennis als anerkanntem Experten für Geschwurbel kam die Sache komisch vor und er merkte an, dass die Bilder aus einer Fernsehserie stammen würden. Hier irrte er sich aber, sie stammten aus einem Computerspiel, trotzdem Punkt an Dennis.

Mario kam jetzt wieder dran und erfreute uns mit einem Vortrag über Homöopathie und reichte sechs Fläschchen am Tisch herum. Er führte aus, dass lediglich Wasser und ein kleiner Tropfen Blut nötig seien um alle Krankheiten zu heilen. Unser Blut würde alle Krankheiten aufzeigen und das Wasser würde die Schwingungen dann aufnehmen und auch so das Seelenheil unseres Körpers zeigen, oder so. Wir waren inzwischen mit unserem wirklich schlechten Essen fertig und auch unser Agent am Tisch zeigte ernsthafte Kopfbewegungen in Richtung Tischplatte. Ob aus Langeweile eingeschlafen oder aus Verzweiflung war aus der Entfernung nicht zu erkennen. Wir beschlossen daher zu zahlen und ihn aus seinen Qualen zu erlösen, zumal an diesem Tag die Zapfanlage des Restaurants defekt und der Biernachschub daher stockend war (nein, natürlich trinken NWO-Agenten im Dienst keinen Alkohol, nie).

Im Rausgehen erkundigten wir uns bei Mario noch nach dem Befinden der Chemtrails und machten vor dem Fenster des Viethauses das Selfie, welches auf der Aluhut-Facebookseite zu finden ist. Jetzt endlich erkannten Mario und Dennis uns. Den darauf entstehenden Aufruhr nutzten einige Teilnehmer zur Flucht, waren wir also nicht die Einzigen, denen das zu fad wurde. Das nächste Treffen in der Kneipe „Zur schwarzen Katze“ wollten wir uns jedenfalls nicht mehr antun. Das jetzige NSL-Forum ist nur ein schwacher Abklatsch des Forums zu Zeiten von Axel Stoll und selbst Peter Schmidt hatte es noch interessanter gestaltet. Ein Kundschafter meldete sich freiwillig um zu erkunden, wie lange der Ufo-Zirkel noch tagen würde. Dieser wurde aber von Mario und Claus Petersen schnell entdeckt. Während Petersen noch freundlich einlud, wieder rein zu kommen und mit ihm über Chemtrails zu diskutieren, erging sich Mario in Mimimi darüber, dass wir uns strafbar gemacht hätten, da das NSL-Forum eine geschlossene Veranstaltung sei. Also außer eines Verstoßes gegen § 167 StGB (Störung der Religionsausübung) ist aber völlig unklar, worin diese Straftat liegen soll. Höchstens der Koch hat sich mit dem Essen einer versuchten gefährlichen Körperverletzung verdächtig gemacht.

von Der goldene Aluhut