Der Aluhut, der seinen Schatten voraus wirft

Liebe Community, Freunde und Fans des Goldenen Aluhuts,

bald feiern wir unseren 4. Geburtstag, und große Ereignisse kündigen sich an.

Als ich am 03. September 2014 mehr im Scherz die Facebook-Seite „Der goldene Aluhut“ anmeldete, hätte ich niemals gedacht, welch einen massiven gesellschaftlichen Impact wir damit erzielen und was für eine großartige Community wir im Laufe der Zeit aufbauen würden. Und niemals hätte ich mir träumen lassen, dass daraus die gemeinnützige Organisation erwachsen würde, die wir heute sind, und derer Geschäftsführerin ich bin.

Noch immer macht der spaßig-abstruse #mussmanwissen-Social Media-Content, mit dem wir damals angefangen haben, einen Großteil unserer Arbeit aus und gehört zum festen Bestandteil unseres Daily Business. Doch unser Job ist längst nicht mehr „Fun & Games“ wie noch vor ein paar Jahren, sondern inzwischen knallharte Arbeit, die gemacht werden will. Auch die Ansprüche der Community an uns und unseren Content sind mit den Jahren gewachsen. Und wir mit ihnen.

Entgegen der Verschwörungstheorien über uns selbst, sind wir weder ein Instrument der Geheimdienste, noch stehen wir auf der Gehaltsliste des Staates oder sitzen in einem klimatisierten Großraumbüro. Wir machen dies alles von unseren privaten Rechnern, Wohnzimmern und Smartphones aus. Ich bin als Geschäftsleitung und Gründerin die einzige Hauptamtliche (und auch im Home Office). Eine staatliche Förderung erhalten wir nicht. Wir arbeiten rein spendenfinanziert und verdingen uns ansonsten mit unseren Merchverkäufen, Auftritten und Honorartätigkeiten.

Unter dem Hut: das Daily Business

Wir monitoren täglich die verschwörungsideologische, alternativmedizinische und rechtsesoterische Szene im Netz. Wir suchen, filtern und arbeiten möglichen Content auf, was viel Zeit, Nerven – und für die Mitarbeiter vor allem Abgrenzung erfordert. Ich denke, ihr wisst selbst, welch Wind dort draußen im Web weht, und wie sehr die Netz- und Diskussionskultur darunter leidet.
Und die wirklich ganz gruseligen Dinge und Fälle aus der Alternativmedizin haben wir euch auch nur ganz selten gezeigt.
Es erfordert Kraft und Ausdauer, sich diesen Dingen über Jahre hinweg entgegen zu stellen, und nicht immer appelliert diese Arbeit an das Beste in uns Menschen.
Viele unserer Ehrenamtlichen verlagern ihren Tätigkeitsschwerpunkt daher verständlicherweise auf die offline-Bereiche.

Auch in unserer Beratungstätigkeit geht es schon lange nicht mehr darum, Leuten zu erklären, warum Deutschland beispielsweise doch ein souveränes Land ist, die Erde doch rund ist, oder den Usern bei der Recherche zu einer Fake News zu helfen. Die meisten Leute wollen keine Informationen, die sie selbst bereits korrekt recherchiert und an den verschwörungsideologischen Freund/Verwandten/Kollegen weitergegeben haben – sie möchten reden. Jemanden, der ihnen zuhört und ihre Probleme mit Verschwörungstheorien und ihren Anhängern versteht, und sie ernst nimmt.
Viele Angehörige, die mich kontaktieren, sind verzweifelt und leben in Familiensituationen, die untragbar geworden sind. Der Glaube an Verschwörungstheorien, Alternativmedizin oder (Rechts-)Esoterik hat das Zusammenleben bereits völlig vergiftet. Nicht selten telefoniere ich mit anderen Beratungsstellen und Behörden und erbitte Hilfe in kritischen Situationen.
Staatliche und staatlich geförderte Angebote stellen inzwischen zwar Informationen bereit, mit denen sich die VTs selbst widerlegen lassen, aber es fehlt immer noch an ausreichend fundierten Beratungsangeboten auf Ebenen wie Psychologie und Lebensführung.

Offlinearbeit

Welche Verschwörungstheorien gibt es so im Netz, wie entwickelt sich die Szene dort, welche Gefahren sind damit verbunden und warum glauben Menschen diese abstrusen Dinge? Immer öfter werden wir auch für Shows, Vorträge und Workshops angefragt, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, oder von unserer täglichen Arbeit zu berichten – und wir folgen diesen Rufen gern.
Unser Tätigkeitsschwerpunkt verlagert sich also zunehmend in den offline-Bereich.

Ich werde aber auch nicht müde, mit der Presse über die Problematik der Verschwörungsideologien zu sprechen.
Ein nicht unerheblicher Teil der Anfragen sind Bitten um Interviews und Einladungen zu Diskussionsrunden und Veranstaltungen von Medientreibenden.

Zu neuen Ufern

Dabei wird bewusst, dass wir uns in den letzten vier Jahren eine umfangreiche Expertise in diversen Themenbereichen erarbeitet haben, die wir nun nutzen und für euch, on- und offline verfügbar, aufarbeiten möchten.

Wir werden im Zuge dessen unseren gesamten Webauftritt relaunchen, um uns in Zukunft mehr auf den Blog und die Community dort konzentrieren zu können, sowie unser Show-, Vortrags- und Workshopangebot ausbauen und angemessen präsentieren.

Deswegen werden wir den Social Media-Content für eine Zeit lang einfrieren, und (mindestens) den Sommer nutzen, uns neu zu strukturieren und das ein oder andere Projekt zu realisieren, für das uns bis jetzt einfach die Zeit und Manpower gefehlt hat.

Aber ganz weg sind wir natürlich nicht. Der Shopbetrieb und unsere Beratungstätigkeit führen wir wie gewohnt fort, und wenn etwas Wichtiges oder besonders Lustiges unseren Weg kreuzt, dann posten wir das natürlich weiterhin.
Doch auf das seit Jahren so bestehende Social Media Konzept des GuMo und vier festen, i.d.R. tagesaktuellen Contentslots pro Tag werdet ihr vorerst leider verzichten müssen, da uns das schlicht zu viel Zeit frisst. Vor allem Facebook werden wir verstärkt zurückfahren, um unsere Ressourcen im Relaunch zu bündeln.
Björn ist weiterhin bei Twitter für euch da.

Gefundener Content darf natürlich weiterhin an die Social Media-Kanäle geschickt werden, Antworten könnten aber u.U. etwas länger dauern.
Und bitte nutzt deswegen für konkrete und dringende Anfragen unsere direkten Ansprechpartner.

The Show must go on

Und außerdem muss ja auch noch ein Jahresevent geplant werden. Ab dem 03. September dürft ihr uns nämlich wieder eure Kandidaten für den „Goldenen Aluhut 2018“ einschicken, und es ist geplant, dass das Voting dann bereits auf der neuen Webseite läuft.
Die Verleihung findet am 30.10.2018 ab 19 Uhr im Heimathafen Neukölln statt.
Also schon mal vormerken.

Wir haben viel Arbeit vor uns – packen wir’s an.

Eure Giulia

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